Als Minderjähriger einen Online-Shop eröffnen oder einen Promotion-Job annehmen? Das geht. Für Personen unter 18 Jahren gelten bei der Gewerbeanmeldung aber einige Sonderregeln.

 

Wer das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, gilt als minderjährig und ist damit nur beschränkt geschäftsfähig. Eine Gewerbeanmeldung ist damit nicht so einfach, wie bei einem Erwachsenen, denn in der Regel sind Minderjährigen nur sogenannte Taschengeldgeschäfte erlaubt.

Auch Arbeit als Hobby, wie z. B. das Erstellen eine Website, ist natürlich in Ordnung.

Ein Gewerbe aber, setzt laut Gesetzt eine „erkennbar planmäßige, auf Dauer angelegte und selbstständige auf Gewinnerzielung ausgerichtete oder jedenfalls wirtschaftliche Tätigkeit am Markt“ voraus.

 

Das ist für Minderjährige nur unter zwei Voraussetzungen möglich.

  1. Die Ermächtigung des gesetzlichen Vertreters


Vor der Ausübung eines selbstständigen Gewerbes brauchen Minderjährige zunächst die Ermächtigung ihres gesetzlichen Vertreters, also in der Regel der Eltern. Was das Gesetzt „Ermächtigung“ nennt, meint im normalen Sprachgebrauch schlichtweg Erlaubnis: eine einseitige und formfreie Willenserklärung – ein Nicken oder ein „Ja, das darfst Du“ reichen aus. Einmal erteilt, lässt sich die Ermächtigung zur Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit aber nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts wieder zurück nehmen.


  1. Die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts


Neben den Erziehungsberechtigten muss außerdem das Vormundschaftsgericht zustimmen. Das Vormundschaftsgericht erteilt seine Genehmigung aber nur, wenn der Jugendliche für den Betrieb eines Gewerbes die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt und über die notwendige Reife verfügt. Auf diese Weise sollen Minderjährige davor geschützt werden, unbedarft Verpflichtungen und Verantwortungen einzugehen, die ihnen finanziellen Schaden bereiten könnten.


Ergebnis: unbeschränkte Geschäftsfähigkeit


Wer sowohl die Erlaubnis der Erziehungsberechtigung als auch die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts bekommen hat, kann auch als Minderjähriger ein Gewerbe anmelden. Für die Geschäfte, die sein Gewerbe betreffen, hat der Jugendliche dann die unbeschränkte Geschäftsfähigkeit: er darf also alle Verträge abschließen, die sein Gewerbe mit sich bringt – zum Beispiel Mietverträge, Arbeitsverträge oder Kaufverträge.

 

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