Wie jede Rechtsform hat auch die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sowohl Vor- als auch Nachteile. Besonders geeignet ist die GbR dabei für Gründer mit wenig Startkapital, die eine unkomplizierte Gründung anstreben.

 

Im Vergleich mit der Rechtsform der GmbH ermöglicht die GbR eine recht unkomplizierte und kostengünstige Art der Gründung und ist daher besonders für die Gründungsphase eines Unternehmens geeignet. Die GbR, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, trägt oft auch die Bezeichnung GdbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts) oder BGB-Gesellschaft. Die Rechtsform der GbR ist auf Vereinigungen mit mindestens zwei Gesellschaftern ausgerichtet und sowohl für Gewerbetreibende als auch für Freiberufler möglich.
Da es sich somit um ein Kleingewerbe handelt, darf der Umsatz des Gewerbes im Falle der GbR jährlich nicht über 260.000 Euro liegen bzw. der Gewinn des Unternehmens darf maximal 25.000 Euro im Jahr betragen. Werden diese Angaben überschritten, ist das Gewerbe im Handelsregister einzutragen – so auch bei einer kaufmännischen Tätigkeit der GbR: In beiden Fällen ist dies nach dem Gesetz eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) und keine GbR. Buchführung ist ebenso erst ab einem gewissen Geschäftsumfang sowie bei gewerblicher Tätigkeit Pflicht.

Vor- und Nachteile einer GbR

Die GbR als Rechtsform für ein neu zu gründendes Unternehmen hat verschiedene Vorteile. Grundsätzlich sind keine speziellen Formalitäten zu berücksichtigen und kein Mindestkapital notwendig. Außerdem bietet die GbR einen recht breiten Entscheidungsspielraum für die Gesellschafter des Unternehmens, hohes Ansehen sowie Kreditwürdigkeit. Nachteil der Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist jedoch, dass im Falle des Falles die Gründer mit Gesellschafts- und Privatvermögen persönlich haften.
Für die unbegrenzte persönliche Haftung der Gesellschafter bietet das Gesetz im Gegenzug ein Höchstmaß an Kontrolle über die Abläufe im Unternehmen. Der Gesellschaftsvertrag, den die Teilhaber einer GbR abschließen sollten, regelt hierzu, ob beispielsweise eine alleinige Geschäftsführung oder auch eine Aufgabenteilung festgelegt ist.

 

Gesellschaftsvertrag für die GbR abschließen

Zusätzlich zu den Vorschriften des Bundesgesetzbuchs (BGB) für eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts empfiehlt es sich, einen Gesellschaftsvertrag abzuschließen. Ein solcher mündlich oder besser schriftlich geschlossener Gesellschaftsvertrag behandelt in der Regel Sinn und Zweck der GbR, deren Geschäftsführung, Einlagenhöhe, Gewinn- / Verlustverteilung, mögliche Auflösung der Gesellschaft und auch Vorgehensweise bei Ausscheiden oder Tod eines Gesellschafters. Sollte die GbR zudem ein Grundstück umfassen, ist die Einbeziehung eines Notars notwendig.

 

Rechts- und Parteifähigkeit der GbR

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts hat nach außen die Möglichkeit, am Rechtsverkehr teilzunehmen, welcher den Abschluss von Verträgen und auch gesetzliche Ansprüche wie beispielsweise Schadenersatz umfasst. Somit besitzt eine GbR eine beschränkte Rechtsfähigkeit. Auch eine Parteifähigkeit ist der GbR gegeben, da die Gesellschaft in Rechtsstreitigkeiten klagen, jedoch auch verklagt werden kann.

 

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