Mindestkapital nicht vorgeschrieben, kein Notar erforderlich, formfreier Gesellschaftsvertrag: Drei Merkmale, die die Offene Handelsgesellschaft (OHG) beschreiben. Die OHG – Gesellschaftsform für Kaufleute.

 

Eine interessante Gesellschaftsform für Existenzgründer mit einem Handelsunternehmen ist die Offene Handelsgesellschaft (OHG).
Ein Vorzug der OHG: Wenig Startkapital wird benötigt. Die OHG besteht aus mehreren Gesellschaftern – also Personen, die zusammen ein kaufmännisches Gewerbe betreiben möchten.

Achtung:
Die OHG ist eine Gesellschaftsform für Kaufleute. Kleingewerbetreibende können diese Rechtsform nicht wählen.
Dabei muss die OHG von mindestens zwei Gesellschaftern gegründet werden.

 

Paktieren bei der OHG

Die Gesellschafter müssen einen Gesellschaftsvertrag abschließen. Dieser ist allerdings weniger detailliert als beispielsweise der Kontrakt der Gesellschaft für beschränkte Haftung (GmbH). Definitiv beinhalten sollte der Gesellschaftvertrag jedoch Folgendes: erstens die Einlagen der Gesellschafter, zweitens das Stimmrecht, drittens die Regelungen für die Auszahlung. Auch das Vorgehen im Todesfall eines Gesellschafters sollte im Vertrag festgeschrieben sein. Der Gesellschaftsvertag der OHG bedarf keiner notariellen Beurkundung.
Falls im Gesellschaftsvertag keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden, gilt: Alle Gesellschafter der OHG sind geschäftsführungsbefugt und alle Beschlüsse sind einstimmig zu treffen. Ein Mindestkapital ist bei der Gründung der OHG nicht Voraussetzung. Allerdings sind alle Gesellschafter unbeschränkt haftbar. Und dies erfordert ein hohes gegenseitiges Vertrauen unter den Gesellschaftern. Gleichzeitig genießt diese Bereitschaft zu persönlicher Haftung ein hohes Ansehen bei Kreditinstituten und Banken, insbesondere im Vergleich mit einer Rechtsform wie der GmbH, bei der die Gesellschafter beschränkt haften.

 

Pflichten der OHG

Die OHG unterliegt außerdem der Buchführungspflicht. Änderungen in der Gesellschaft sind dem Registergericht mitzuteilen. Dies kann beispielsweise das Ausscheiden eines Gesellschafters sein. Mitunternehmer bzw. Gesellschafter erzielen steuerrechtliche Einkünfte. Falls Steuerschulden entstehen, haften die Gesellschafter mit ihrem gesamten Vermögen.

 

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