Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG – wird umgangssprachlich auch als Mini-GmbH oder 1-Euro-GmbH bezeichnet, denn es handelt sich dabei um eine Variante der GmbH, für die jedoch ein geringeres Stammkapital, nämlich nur 1 Euro, im Vergleich zur gewöhnlichen GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital vorgeschrieben ist. 

 

Bei der UG handelt es sich nicht um eine eigenständige Rechtform, sondern um eine GmbH mit besonderem Rechtsformzusatz. Die UG eignet sich damit besonders für Unternehmensgründer kleinerer Unternehmen, die mit einem geringeren Kapital auskommen und ihre Haftung beschränken wollen. Sie stellt auch eine Alternative zur britischen Limited dar, deren Gründungen seit Einführung der UG deutlich zurückgegangen sind.

 

Gründung einer UG

Die UG wird von mindestens einem Gesellschafter gegründet. Das Mindeststammkapital muss in bar in voller Höhe aufgebracht werden, bevor die UG im Handelsregister angemeldet wird. Das Stammkapital für die UG muss mindestens einen Euro betragen.

Die Unternehmensbezeichnung für das gegründete Unternehmen darf in Form eines Personen-, Sach-, aber auch eines Phantasienamens gewählt werden, während der Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ bzw. die Abkürzung davon „UG (haftungsbeschränkt)” verpflichtend ist. Das „haftungsbeschränkt“ darf weder weggelassen noch abgekürzt werden. Dieser Zusatz soll Geschäftspartnern anzeigen, dass es sich bei dem Unternehmen hinsichtlich der Einschätzung der Kreditwürdigkeit nicht um eine klassische GmbH mit entsprechendem Stammkapital handelt.

Bei der Gründung der UG gelten die gleichen Vorschriften und Gebühren wie für die Anmeldung einer gewöhnlichen GmbH. Die Satzung der UG muss, wie bei der GmbH auch, notariell beurkundet werden. Die Notarkosten sind abhängig von der Höhe des Stammkapitals der Gesellschaft. Was diese Gebühren betrifft, ist die Gründung einer UG nicht grundsätzlich günstiger als die einer GmbH. Lediglich bei der Verwendung eines Musterprotokolls kann sich bei der Gründung einer UG gebührenreduzierend auswirken, dass das tatsächliche Stammkapital zur Berechnung herangezogen wird. Auf ein solches Musterprotoll, die eine vereinfachte Mustersatzung darstellt, kann zurückgegriffen werden, wenn das Unternehmen von maximal 3 Gesellschaftern gegründet wird. Die Mustersatzung darf weder ergänzt noch verändert werden. Zwar kann die UG durch die Verwendung eines solchen Musterprotokolls kostengünstiger gegründet werden, jedoch enthält die Mustersatzung lediglich ein Mindestmaß an Regelungen und viele wichtige Punkte sind nicht enthalten. Ein Musterprotokoll ist darum höchstens zu empfehlen, wenn es sich um nur einen Gesellschafter handelt, der auch die Position des Geschäftsführers bekleidet. Bei mehreren Gesellschaftern ist die Vereinbarung eines individuellen Gesellschaftervertrags sehr sinnvoll.

 

Pflichten einer UG

Die UG unterscheidet sich in den Pflichten nicht von einer gewöhnlichen GmbH: Die UG ist buchführungspflichtig, das heißt, dass alle Geldein- und ausgänge durch Belege verbucht werden müssen. Beim Jahresabschluss muss eine Bilanz erstellt und die Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden: Auch die UG muss Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag entrichten. Im Falle von Kapitalausschüttungen an Anteilseigner kommt die Kapitalertragsteuer hinzu. Außerdem besteht die Pflicht zur Rücklagenbildung, bei der 25 Prozent des Gewinns in das Stammkapital fließen müssen, bis dieses eine Höhe von 25.000 Euro erreicht.

 

Vorteile einer UG

Der Vorteil einer UG liegt in der Haftungsbeschränkung wie bei einer GmbH, für die jedoch nicht so ein hohes Stammkapital wie für eine GmbH aufgebracht werden muss. Bei einer Zahlungsunfähigkeit wird also nicht mit dem Privatvermögen gehaftet, während als Stammkapital nur 1 Euro benötigt wird. So können auch kleine Unternehmen mit einem geringen Stammkapital, z.B. Dienstleister, ihre Haftung beschränken. Die UG eignet sich also vor allem dann, wenn eine Haftungsbeschränkung benötigt wird, aber das Mindeststammkapital in Höhe von 25.000 Euro für eine GmbH nicht aufgebracht werden kann. Es ist auch möglich, die UG später bei ausreichendem Stammkapital in eine GmbH umzufirmieren.

 

Nachteile einer UG

Da eine UG nicht über ein so hohes Stammkapital wie eine GmbH verfügt, könnten Kunden aber auch Banken die Kreditwürdigkeit der Unternehmensgesellschaft in Frage stellen. Es kann für eine UG darum schwierig werden, bei einer Bank einen Kredit zu erhalten, so dass häufig noch eine persönliche Haftung übernommen werden muss.

Im Vergleich zu einer Einzelfirma ist die Buchhaltung und der Jahresabschluss bei einer UG aufwendiger und damit auch kostenintensiver.

Eine UG darf ihre Gewinne nicht in voller Höhe ausschütten, sondern muss 25 Prozent aller Gewinne in die gesetzliche Rücklage fließen lassen, bis das Mindeststammkapital 25.000 Euro beträgt.