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Aktualisiert: 02.07.2026

Gewerbe anmelden für Fußpflege / Podologie

Fußpflege und Podologie als Gewerbe anmelden – was du wissen musst


Fußpflege ist mehr als Wellness: Sie spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit, besonders bei älteren Menschen und Diabetikern. Wer eine Fußpflege-Praxis oder ein podologisches Zentrum eröffnen möchte, muss je nach Leistungsangebot ganz unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Der entscheidende Unterschied liegt zwischen kosmetischer Fußpflege und medizinischer Podologie.

Kosmetische Fußpflege vs. Podologie – der wichtige Unterschied

Kosmetische Fußpflege umfasst Leistungen wie Nagelpflege, Hornhautentfernung (mit geeigneten Geräten), Fußbäder und Fußmassagen. Sie ist ein zulassungsfreies Gewerbe – du benötigst keinen staatlich anerkannten Abschluss, um kosmetische Fußpflege anzubieten.

Podologie (auch: medizinische Fußpflege) ist ein staatlich anerkannter Heilberuf. Podologinnen und Podologen dürfen Krankenkassenleistungen abrechnen, arbeiten auf Basis ärztlicher Verordnung und dürfen bestimmte Tätigkeiten ausführen, die kosmetischen Fußpflegern nicht erlaubt sind – zum Beispiel die Behandlung diabetischer Fußsyndrome oder eingewachsener Nägel mit medizinischen Instrumenten. Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Podologen dauert zwei Jahre Vollzeit (oder entsprechend länger in Teilzeit).

Gewerbeanmeldung für kosmetische Fußpflege


Wenn du ausschließlich kosmetische Fußpflege anbietest, kannst du direkt nach einer Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt starten. Den genauen Ablauf beschreibt unser Ratgeber zur Gewerbeanmeldung. Gerade für den Einstieg empfiehlt sich die Anmeldung als Kleingewerbe, sofern du die Umsatzgrenzen nicht überschreitest.

Zulassung für Podologie


Wenn du als staatlich anerkannte Podologin oder staatlich anerkannter Podologe arbeiten und mit Krankenkassen abrechnen möchtest, benötigst du neben der Gewerbeanmeldung:

  1. Staatliche Anerkennung: Abschluss der zweijährigen Podologenausbildung und staatliche Prüfung.
  2. Zulassung als Leistungserbringer: Um mit gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen, musst du beim GKV-Spitzenverband (oder dem zuständigen Landesverband) eine Kassenzulassung beantragen.
  3. Hygienestandards: Podologische Praxen werden regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontrolliert.

Hygienevorschriften für beide Bereiche


Unabhängig davon, ob du kosmetische Fußpflege oder Podologie anbietest, gelten strenge Hygieneanforderungen:

  • Sterilisierung oder Desinfektion von Instrumenten (idealerweise Autoklav)
  • Einwegmaterialien wo immer möglich
  • Hygienische Aufbewahrung von Werkzeug
  • Saubere Behandlungsliege mit desinfizier- oder wechselbarem Bezug

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt auch für Fußpflegepraxen, da Behandlungen mit Verletzungsrisiko (z. B. Hühneraugen, Nagelkorrekturen) verbunden sein können.

Kosten und Unterlagen


Die Kosten für die Gewerbeanmeldung variieren je nach Gemeinde zwischen 20 und 65 Euro. Eine Übersicht der nötigen Unterlagen für den Gewerbeschein findest du in unserem Ratgeber. Zusätzlich solltest du bei einer podologischen Praxis die Kosten für die Kassenzulassung und eventuelle Umbaumaßnahmen einplanen.

Unverzichtbar ist außerdem eine Betriebshaftpflichtversicherung, besonders da bei Fußpflegemaßnahmen das Risiko von Verletzungen oder Infektionen besteht.


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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Fußpflege und Podologie?

Kosmetische Fußpflege ist ein zulassungsfreies Gewerbe, das ohne staatlich anerkannten Abschluss ausgeübt werden darf. Podologie ist ein Heilberuf mit staatlicher Anerkennung und zweijähriger Ausbildung. Nur ausgebildete Podologen dürfen auf Kassenrezept arbeiten und bestimmte medizinische Behandlungen durchführen.

Brauche ich einen Meisterbrief für kosmetische Fußpflege?

Nein, kosmetische Fußpflege ist in Deutschland zulassungsfrei. Du kannst nach der Gewerbeanmeldung sofort starten. Eine fundierte Ausbildung ist dennoch empfehlenswert.

Kann ich meine Fußpflege-Praxis als Kleingewerbe anmelden?

Ja, solange dein Jahresumsatz die Kleinunternehmergrenze nicht überschreitet. Das Kleingewerbe ist besonders für den Einstieg geeignet, da es die Buchführung vereinfacht und die Umsatzsteuerpflicht entfällt.

Was kostet die Gewerbeanmeldung für eine Fußpflege-Praxis?

Je nach Gemeinde zwischen 20 und 65 Euro. Alle Informationen zu den Kosten des Gewerbescheins findest du in unserem Ratgeber.

Welche Unterlagen brauche ich für die Gewerbeanmeldung?

In der Regel genügen ein gültiger Personalausweis oder Reisepass und das Anmeldeformular. Eine vollständige Übersicht der Unterlagen für den Gewerbeschein hilft dir bei der Vorbereitung.

Wie kann ich als Podologin mit Krankenkassen abrechnen?

Du benötigst zunächst den staatlich anerkannten Podologen-Abschluss und dann eine Kassenzulassung als Leistungserbringer. Den Antrag stellst du beim GKV-Spitzenverband oder dem zuständigen Landesverband. Die Anforderungen an die Praxisausstattung und Hygiene werden dabei ebenfalls geprüft.

Muss ich mich bei der Berufsgenossenschaft anmelden?

Ja. Als Gewerbetreibende bist du Pflichtmitglied der BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege). Das gilt auch, wenn du ohne Angestellte arbeitest.

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