Vorteile eines Kleingewerbes: Warum der kleine Start oft der richtige ist
Kurz gesagt: Das Kleingewerbe ist die günstigste und schnellste Form, ein Geschäft zu starten: Anmeldung für 15 bis 65 Euro beim Gewerbeamt, kein Mindestkapital, kein Notar, kein Handelsregister. Bis 25.000 Euro Umsatz entfällt die Umsatzsteuer, bis 24.500 Euro Gewerbeertrag die Gewerbesteuer, die Buchführung beschränkt sich auf die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, und die IHK erhebt bei kleinen Gewinnen keinen Grundbeitrag. Das Kleingewerbe lässt sich nebenberuflich führen und jederzeit zur GmbH oder zum eingetragenen Kaufmann ausbauen. Sein Preis ist die persönliche Haftung.
Die Vorteile im Einzelnen
| Vorteil | Was das konkret bedeutet |
|---|---|
| Geringe Gründungskosten | Gewerbeanmeldung 15 bis 65 Euro, kein Notar, kein Stammkapital; die GmbH kostet dagegen 25.000 Euro Stammkapital und rund 800 bis 1.500 Euro Gründungskosten |
| Schneller Start | Anmeldung an einem Tag, in vielen Gemeinden online; der Betrieb darf sofort beginnen |
| Keine Umsatzsteuer | Kleinunternehmerregelung bis 25.000 Euro Vorjahresumsatz: Rechnungen ohne Umsatzsteuer, keine Voranmeldungen, günstigere Preise für Privatkunden |
| Einfache Buchführung | Einnahmen-Überschuss-Rechnung statt Bilanz, keine Inventur, keine Offenlegung im Bundesanzeiger |
| Keine Gewerbesteuer | Freibetrag 24.500 Euro Gewerbeertrag; darüber Anrechnung auf die Einkommensteuer |
| Kein oder geringer IHK-Beitrag | kein Grundbeitrag bei Gewerbeertrag bis 5.200 Euro, Gründer zwei Jahre frei bis 25.000 Euro |
| Nebenberuflich möglich | neben Anstellung, Studium oder Rente; Krankenversicherung bleibt beim Hauptstatus |
| Volle Kontrolle | keine Gesellschafter, keine Gesellschafterversammlung, alle Entscheidungen und der ganze Gewinn bei Ihnen |
| Leicht zu beenden | Abmeldung beim Gewerbeamt, keine Liquidation, keine Sperrfrist |
Risikoarm testen
Die meisten Gründungen in Deutschland sind Kleingründungen mit einem Kapitalbedarf unter 25.000 Euro; viele finanzieren sich aus Ersparnissen und kommen ohne Bank aus. Das erlaubt einen Test der Geschäftsidee unter realen Bedingungen: Wer nach einem Jahr merkt, dass Nachfrage oder Marge nicht reichen, meldet das Gewerbe ab und hat wenig verloren. Läuft es gut, wächst das Kleingewerbe mit: Mitarbeiter einstellen ist möglich, ebenso der Wechsel zur Regelbesteuerung oder der spätere Umzug in eine GmbH, dann allerdings mit Notar und Übertragung der Verträge.
Nebenberuflich starten
Ein Kleingewerbe neben dem Job kostet keine Sicherheit: Die Krankenversicherung läuft über den Arbeitgeber weiter, solange die Selbstständigkeit nicht hauptberuflich wird (Faustregel: unter 20 Wochenstunden, Gewinn unter dem Gehalt). Ein Gewinn bis 410 Euro im Jahr bleibt neben dem Gehalt steuerfrei. Prüfen Sie nur den Arbeitsvertrag auf eine Anzeigepflicht und informieren Sie den Arbeitgeber. Wer Arbeitslosengeld, Bürgergeld, BAföG oder Elterngeld bezieht, muss das Gewerbe der zuständigen Stelle melden; Details unter Gewerbe anmelden als Student, Rentner, Angestellter und Nebengewerbe.
Was das Kleingewerbe nicht bietet
Die persönliche Haftung ist der Preis für die Einfachheit: Sie haften mit Ihrem gesamten Privatvermögen, auch für Fehler von Mitarbeitern. Eine Betriebshaftpflicht deckt Sach- und Personenschäden, nicht aber Schulden aus schlechten Geschäften. Ohne Umsatzsteuerausweis fehlt Geschäftskunden der Vorsteuerabzug, und ohne Handelsregistereintrag ist kein Fantasiename als Firma möglich. Diese Punkte im Detail: Nachteile eines Kleingewerbes.
Häufige Fragen
Ist das Kleingewerbe eine eigene Rechtsform?
Nein. Es ist ein Einzelunternehmen (oder eine GbR) ohne Handelsregistereintrag. Die Vorteile ergeben sich aus dem Status als Nichtkaufmann und aus steuerlichen Freibeträgen, nicht aus einer besonderen Rechtsform.
Wie viel darf ich mit einem Kleingewerbe verdienen?
Unbegrenzt. Die Kleinunternehmerregelung endet bei 25.000 Euro Umsatz, das Kleingewerbe selbst erst, wenn der Betrieb eine kaufmännische Organisation erfordert. Bis dahin ändert sich nur, dass Sie Umsatzsteuer ausweisen und ab 24.500 Euro Gewerbeertrag Gewerbesteuer zahlen.
Kann ich vom Kleingewerbe später in eine GmbH wechseln?
Ja, jederzeit. Entweder durch Neugründung einer GmbH, die den Betrieb übernimmt, oder durch Ausgliederung nach dem Umwandlungsgesetz, wenn Sie als e.K. eingetragen sind. Verträge, Konten und Gewerbeanmeldung müssen dann auf die GmbH umgestellt werden.
Lohnt sich ein Kleingewerbe trotz der Haftung?
Für Dienstleistungen, Handel mit geringem Warenrisiko und den Nebenerwerb fast immer. Bei hohem Haftungsrisiko (Bau, Produkte mit Sicherheitsrelevanz, große Aufträge) ist die UG oder GmbH trotz höherer Kosten die bessere Wahl.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 1 Abs. 2 HGB, Kleingewerbe als Nichtkaufmann: gesetze-im-internet.de/hgb/__1.html
- § 19 UStG, Kleinunternehmerregelung: gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html
- § 11 GewStG, Freibetrag 24.500 Euro: gesetze-im-internet.de/gewstg/__11.html
- § 3 Abs. 3 IHKG, Beitragsbefreiung: gesetze-im-internet.de/ihkg/__3.html
- § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG, 410-Euro-Grenze: gesetze-im-internet.de/estg/__46.html