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Stand: 26.10.2026

Kosmetikstudio eröffnen: Voraussetzungen, Gewerbeanmeldung, Kosten (2026)

Kurz gesagt: Für ein Kosmetikstudio brauchen Sie weder Meisterbrief noch Ausbildungsnachweis. Kosmetiker ist ein zulassungsfreies Handwerk (Anlage B Abschnitt 1 Nr. 56 HwO): Sie melden das Gewerbe beim Gewerbeamt an (15 bis 65 Euro), werden in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke der Handwerkskammer eingetragen und melden sich bei der Berufsgenossenschaft BGW. Grenzen setzt das Recht bei den Behandlungen: Laser, IPL und andere Energiegeräte nur mit Fachkunde nach der NiSV, Tattooentfernung per Laser und Unterspritzungen gar nicht, denn das ist Ärzten vorbehalten. Nebenberuflich oder von zu Hause aus starten die meisten als Kleingewerbe.

Was rechtlich gilt

BereichRegelungWas Sie tun müssen
Gewerbeanmeldung§ 14 GewOFormular GewA 1, Tätigkeit z. B. „Kosmetikstudio: Gesichts- und Körperbehandlungen, Maniküre, kosmetische Fußpflege, Verkauf von Kosmetikprodukten“
HandwerkAnlage B Abschnitt 1 Nr. 56 HwOKein Meister nötig; Eintragung ins Verzeichnis zulassungsfreier Handwerke, Mitgliedschaft in der Handwerkskammer
Geräte mit StrahlungNiSVFachkunde für Laser, IPL, Hochfrequenz, Ultraschall und ähnliche Geräte; bestimmte Anwendungen nur durch Ärzte
HeilkundeHeilpraktikergesetzKeine Unterspritzungen (Botox, Hyaluron), keine medizinischen Behandlungen
HygieneInfektionsschutzgesetz, Hygieneverordnungen der LänderHygieneplan, Desinfektion; bei Behandlungen, die die Haut verletzen, strengere Regeln
UnfallversicherungSGB VIIAnmeldung bei der BGW innerhalb einer Woche nach Start
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Voraussetzungen: Was Sie wirklich brauchen


Rechtlich genügt die Gewerbeanmeldung. Die Berufsbezeichnung „Kosmetikerin“ ist nicht geschützt, und weil Kosmetiker ein zulassungsfreies Handwerk ist, prüft die Handwerkskammer bei der Eintragung keine Qualifikation. Praktisch brauchen Sie aber Fachwissen: Kundinnen, Versicherer und Gerätehersteller erwarten Nachweise. Der Weg dahin ist frei wählbar, von der dreijährigen Ausbildung zur Kosmetikerin über Lehrgänge privater Kosmetikschulen bis zur freiwilligen Meisterprüfung.

Was Sie anbieten dürfen, hängt von der Behandlung ab:

  • Klassische Kosmetik (Reinigung, Peeling, Masken, Augenbrauen, Make-up, Maniküre, Massagen zur Entspannung): ohne weitere Auflagen.
  • Kosmetische Fußpflege: erlaubt. „Medizinische Fußpflege“ und die Behandlung krankhafter Befunde sind Podologen vorbehalten, siehe Fußpflege.
  • Laser, IPL, Radiofrequenz, Ultraschall und ähnliche Geräte: nur mit Fachkunde nach § 5 NiSV, erworben in einer anerkannten Schulung mit Prüfung.
  • Nur durch Ärzte: Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up per Laser, ablative Laserbehandlungen, Laser- oder IPL-Behandlung von Gefäßveränderungen und Pigmentflecken (§ 5 Abs. 2 NiSV) sowie Unterspritzungen mit Botox oder Hyaluron.
  • Permanent Make-up, Microblading, Microneedling: möglich, aber mit verschärften Hygieneregeln, siehe Permanent Make-up.

Schritt für Schritt zum eigenen Studio

  1. Konzept und Standort: Studio mit Laufkundschaft, Raum in einer Praxisgemeinschaft, Studio zu Hause oder mobiler Service. Prüfen Sie bei gemieteten Räumen, ob der Mietvertrag gewerbliche Nutzung erlaubt und ob das Bauamt eine Nutzungsänderung verlangt.
  2. Rechtsform: Fast alle starten als Einzelunternehmen. Bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr können Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen und Rechnungen ohne Umsatzsteuer stellen.
  3. Gewerbe anmelden: Mit Personalausweis und Formular GewA 1 beim Gewerbeamt, online oder vor Ort. Die Tätigkeit beschreiben Sie in Feld 18 vollständig, inklusive Produktverkauf.
  4. Handwerkskammer: Das Gewerbeamt informiert die Kammer, die Sie in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke einträgt. Mehr dazu unter Handwerkskammer und Handwerksrolle.
  5. Finanzamt und BGW: Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schickt das Finanzamt nach der Anmeldung; bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) melden Sie sich selbst an.
  6. Hygiene und Gesundheitsamt: Hygieneplan erstellen, Flächen- und Instrumentendesinfektion organisieren. Wer Behandlungen anbietet, bei denen die Haut verletzt wird, fragt vor dem Start beim Gesundheitsamt nach den Vorgaben des Landes.
  7. Versicherung: Berufshaftpflicht mit Deckung für Behandlungsschäden; bei eigenen Räumen Inhalts- und Betriebsunterbrechungsversicherung.

Kosmetik von zu Hause oder mobil


Ein Kosmetikstudio in der eigenen Wohnung ist möglich und als Kleingewerbe verbreitet. Voraussetzungen: Der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft stimmt der gewerblichen Nutzung mit Kundenverkehr zu, und der Behandlungsraum ist vom Privatbereich getrennt und hygienisch einwandfrei. In reinen Wohngebieten kann das Bauamt bei regelmäßigem Kundenverkehr eine Genehmigung verlangen. Als Betriebsstätte tragen Sie Ihre Wohnanschrift ein.

Mobile Kosmetik bei Kundinnen zu Hause ist ein normales stehendes Gewerbe, solange Sie nur auf vorherige Bestellung kommen. Wer ohne Termin von Tür zu Tür Leistungen anbietet, braucht zusätzlich eine Reisegewerbekarte.

Kosten für den Start


Die Kosten hängen vor allem vom Standort und der Geräteausstattung ab. Feste Posten sind:

  • Gewerbeanmeldung: 15 bis 65 Euro, je nach Gemeinde
  • Beitrag zur Handwerkskammer, für Gründer häufig ermäßigt
  • Beitrag zur Berufsgenossenschaft BGW
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Ausstattung: Behandlungsliege, Lupenleuchte, Bedampfer, Sterilisation und Verbrauchsmaterial; Laser- oder IPL-Geräte sind der größte Einzelposten und setzen die NiSV-Fachkunde voraus
  • bei eigenen Räumen: Kaution, Miete, Umbau, Einrichtung

Wer von zu Hause mit klassischer Kosmetik startet, kommt mit deutlich weniger Kapital aus als ein Ladenstudio mit Gerätebehandlungen.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Ausbildung, um ein Kosmetikstudio zu eröffnen?


Nein. Kosmetiker ist ein zulassungsfreies Handwerk, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Für Geräte mit Laser, IPL oder Hochfrequenz brauchen Sie aber die Fachkunde nach der NiSV, und ohne fundierte Ausbildung finden Sie kaum eine Versicherung, die Behandlungsschäden abdeckt.

Kann ich Kosmetik als Kleingewerbe von zu Hause anbieten?


Ja. Melden Sie das Gewerbe mit Ihrer Wohnanschrift als Betriebsstätte an und klären Sie vorher die gewerbliche Nutzung mit dem Vermieter. Bis 25.000 Euro Vorjahresumsatz können Sie als Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer abrechnen.

Bin ich bei der IHK oder bei der Handwerkskammer?


Bei der Handwerkskammer, weil Kosmetiker in Anlage B der Handwerksordnung steht. Das gilt auch für Nageldesign und Wimpernverlängerung. Ein reiner Handel mit Kosmetikprodukten ohne Behandlungen gehört dagegen zur IHK.

Darf ich im Kosmetikstudio Tattoos entfernen oder Falten unterspritzen?


Nein. Die Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up mit Laser ist seit dem 31. Dezember 2020 Ärzten vorbehalten (§ 5 Abs. 2 NiSV). Unterspritzungen mit Botox oder Hyaluron sind Heilkunde und für Kosmetikerinnen ebenfalls tabu.

Was kostet die Gewerbeanmeldung für ein Kosmetikstudio?


Je nach Gemeinde 15 bis 65 Euro, online oft etwas günstiger. Die Gebühr Ihrer Stadt finden Sie im Gewerbeamt-Verzeichnis.

Darf ich selbst hergestellte Cremes verkaufen?


Nur, wenn Sie die Pflichten der EU-Kosmetikverordnung erfüllen: Sicherheitsbewertung durch eine Fachperson, Produktinformationsdatei, Meldung im EU-Portal CPNP und eine verantwortliche Person. Fertige Markenprodukte weiterzuverkaufen ist dagegen unkompliziert.

Quellen und Rechtsgrundlagen

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