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Aktualisiert: 16.07.2026

Gewerbe-Glossar: Über 100 Begriffe rund um Gewerbeanmeldung, Steuern & Selbstständigkeit

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Amtsdeutsch, Steuerrecht und Kammer-Kauderwelsch – wer ein Gewerbe anmeldet, begegnet Dutzenden Fachbegriffen. Unser Glossar erklärt über 90 Begriffe rund um Gewerbeanmeldung, Steuern und Selbstständigkeit kurz und verständlich – jeweils mit Link zum ausführlichen Ratgeber. Nutzen Sie die A–Z-Leiste zum Springen oder die Suchfunktion Ihres Browsers (Strg+F).

A


Abfärberegelung


Die Abfärberegelung (§ 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG) besagt, dass bei einer Personengesellschaft bereits geringe gewerbliche Einkünfte die gesamten Einkünfte der Gesellschaft gewerblich „infizieren" können. Eine freiberufliche GbR, die nebenbei Waren verkauft, wird dadurch komplett gewerbesteuerpflichtig. Abhilfe schafft die Auslagerung der gewerblichen Tätigkeit in eine zweite, personenidentische Gesellschaft.

Abschreibung (AfA)


Die Absetzung für Abnutzung verteilt die Anschaffungskosten langlebiger Wirtschaftsgüter (z. B. Maschinen, Computer, Fahrzeuge) als Betriebsausgabe über die Nutzungsdauer. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 Euro netto dürfen sofort abgeschrieben werden. Die Nutzungsdauern ergeben sich aus den amtlichen AfA-Tabellen.

Anlage EÜR


Die Anlage EÜR ist das amtliche Formular, mit dem Selbstständige ihre Einnahmenüberschussrechnung elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Sie ist Pflichtbestandteil der Steuererklärung für alle, die nicht bilanzieren – unabhängig von der Höhe des Umsatzes.

Anlage G


Die Anlage G ist der Teil der Einkommensteuererklärung, in dem Einkünfte aus Gewerbebetrieb erklärt werden. Gewerbetreibende tragen hier ihren per EÜR oder Bilanz ermittelten Gewinn ein; Freiberufler nutzen stattdessen die Anlage S. → Mehr dazu: Steuererklärung für Gewerbetreibende

Anmeldepflicht (Gewerbe)


Nach § 14 GewO muss jedes Gewerbe mit Aufnahme der Tätigkeit beim Gewerbeamt angezeigt werden. Die Pflicht gilt unabhängig von Umsatzhöhe oder Nebenerwerb, sobald eine Tätigkeit selbstständig, dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt wird. → Mehr dazu: Wer muss ein Gewerbe anmelden?

Arbeitszimmer (häusliches)


Ein häusliches Arbeitszimmer kann steuerlich geltend gemacht werden, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen Tätigkeit bildet – dann sind die Kosten unbegrenzt oder pauschal mit 1.260 Euro jährlich abziehbar. Alternativ gibt es die Tagespauschale für Heimarbeit ohne eigenes Arbeitszimmer.

Aufbewahrungspflichten


Geschäftsunterlagen müssen gesetzlich aufbewahrt werden: Buchungsbelege, Rechnungen und Jahresabschlüsse in der Regel acht bis zehn Jahre, Geschäftsbriefe sechs Jahre. Die Fristen gelten auch für Kleingewerbetreibende und für elektronische Dokumente (→ GoBD).

Ausübungsberechtigung (§ 7b HwO)


Die sogenannte Altgesellenregelung erlaubt Gesellen die Selbstständigkeit in einem zulassungspflichtigen Handwerk ohne Meistertitel: Voraussetzung sind sechs Jahre Berufserfahrung, davon vier in leitender Stellung. → Mehr dazu: Handwerkskammer & Handwerksrolle

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B


Berufsgenossenschaft


Die Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Jedes Unternehmen muss sich binnen einer Woche nach Gründung bei der branchenzuständigen BG anmelden – auch ohne Mitarbeiter. Beiträge fallen vor allem für Beschäftigte an. → Mehr dazu: Berufsgenossenschaft: Anmeldepflicht & Kosten

Betriebsausgaben


Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind – von Wareneinkauf über Miete und Software bis zu Fahrtkosten. Sie mindern den Gewinn und damit die Steuerlast. Privat veranlasste Kosten sind nicht abziehbar; gemischte Kosten werden aufgeteilt.

Betriebshaftpflichtversicherung


Die Betriebshaftpflicht deckt Personen-, Sach- und daraus folgende Vermögensschäden ab, die Dritten durch die betriebliche Tätigkeit entstehen. Sie ist für die meisten Gewerbe freiwillig, aber dringend empfohlen; für einzelne Branchen (z. B. Bewachung, Wohnimmobilienverwaltung) ist eine Berufshaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. → Mehr dazu: Versicherungen für Gewerbetreibende

Betriebsnummer


Die achtstellige Betriebsnummer identifiziert einen Betrieb in der Sozialversicherung und wird für alle Meldungen und Lohnabrechnungen benötigt, sobald der erste Mitarbeiter – auch ein Minijobber – eingestellt wird. Vergeben wird sie kostenlos vom Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit. → Mehr dazu: Betriebsnummer beantragen

Betriebsprüfung


Bei einer Betriebsprüfung (Außenprüfung) kontrolliert das Finanzamt die Buchführung, Belege und Steuererklärungen eines Unternehmens für zurückliegende Jahre. Auch Kleinunternehmen können geprüft werden. Saubere Belegablage und die Trennung von privaten und betrieblichen Konten erleichtern die Prüfung erheblich.

Betriebsstätte


Die Betriebsstätte ist die feste örtliche Einrichtung, von der aus das Gewerbe betrieben wird – vom Büro über die Werkstatt bis zum Homeoffice. Sie bestimmt die Zuständigkeit von Gewerbeamt und Finanzamt sowie die Gemeinde, deren Gewerbesteuer-Hebesatz gilt.

Bewacherregister


Das bundesweite Bewacherregister erfasst alle Bewachungsunternehmen und deren Wachpersonal. Jede Wachperson muss vor dem Einsatz angemeldet und von der Behörde freigegeben werden. → Mehr dazu: § 34a GewO: Bewachungsgewerbe

Bilanzierung


Die Bilanzierung (doppelte Buchführung mit Jahresabschluss) ist die aufwendige Form der Gewinnermittlung. Pflicht ist sie für Kapitalgesellschaften und eingetragene Kaufleute oberhalb der Schwellen des § 241a HGB (800.000 € Umsatz / 80.000 € Gewinn); alle anderen dürfen die einfachere EÜR nutzen. → Mehr dazu: Buchhaltung für Selbstständige

Businessplan


Der Businessplan beschreibt Geschäftsidee, Markt, Strategie und Finanzplanung eines Gründungsvorhabens. Für die Gewerbeanmeldung ist er nicht erforderlich – wohl aber für Bankkredite, den Gründungszuschuss der Arbeitsagentur und den Aufenthaltstitel nach § 21 AufenthG.

Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)


Das BZSt ist die Bundesbehörde, die unter anderem die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vergibt, die Bestätigungsabfrage ausländischer USt-IdNrn. betreibt und das Gewerbezentralregister sowie das Bundeszentralregister (Führungszeugnisse) führt – letztere über das Bundesamt für Justiz.

D


DAC7 (Plattformen-Steuertransparenzgesetz)


Nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (Umsetzung der EU-Richtlinie DAC7) müssen Online-Marktplätze wie eBay, Etsy, Vinted oder Airbnb Verkäuferdaten an die Finanzbehörden melden – ab mehr als 30 Verkäufen oder über 2.000 Euro Erlös pro Jahr. Die Meldung begründet keine automatische Gewerbepflicht, macht unangemeldete gewerbliche Verkäufe aber leicht auffindbar. → Mehr dazu: Gewerbe nicht angemeldet: Strafen

Dauerfristverlängerung


Die Dauerfristverlängerung verschiebt die Abgabefrist der Umsatzsteuervoranmeldung um einen Monat. Monatszahler leisten dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorjahres-Umsatzsteuer, die am Jahresende verrechnet wird.

Doppelte Buchführung


Die doppelte Buchführung erfasst jeden Geschäftsvorfall auf zwei Konten (Soll und Haben) und mündet in Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Sie ist Pflicht für Kaufleute und Kapitalgesellschaften (→ Bilanzierung).

Dropshipping


Beim Dropshipping verkauft ein Händler Waren, die der Lieferant direkt an den Endkunden versendet – ohne eigenes Lager. Rechtlich ist Dropshipping normaler Handel: Gewerbeanmeldung, Impressums- und Widerrufspflichten sowie umsatzsteuerliche Besonderheiten bei Auslandslieferungen sind zu beachten.

E


eGbR


Die eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist seit der GbR-Reform 2024 (MoPeG) die im neuen Gesellschaftsregister eingetragene Variante der GbR. Die Eintragung ist freiwillig, aber Voraussetzung für bestimmte Rechtsgeschäfte wie den Erwerb von Grundstücken oder GmbH-Anteilen. → Mehr dazu: Ratgeber GbR

Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)


Die EÜR ist die einfache Gewinnermittlung nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben gleich Gewinn. Sie steht allen Nicht-Bilanzierungspflichtigen offen – insbesondere Kleingewerbe und Freiberuflern. → Mehr dazu: Einnahmenüberschussrechnung erklärt

Einstiegsgeld


Das Einstiegsgeld ist eine Ermessensförderung des Jobcenters für Bürgergeld-Beziehende, die eine hauptberufliche Selbstständigkeit aufnehmen. Es wird zusätzlich zum Bürgergeld für bis zu 24 Monate gezahlt und muss vor dem Start beantragt werden. → Mehr dazu: Gewerbe anmelden bei Arbeitslosigkeit

Einzelunternehmen


Das Einzelunternehmen ist die Rechtsform einer einzelnen natürlichen Person, die allein und mit unbeschränkter persönlicher Haftung ein Gewerbe betreibt. Es entsteht formlos mit der Gewerbeanmeldung und ist die häufigste Rechtsform deutscher Gründer. → Mehr dazu: Ratgeber Einzelunternehmen

ELSTER


ELSTER („Elektronische Steuererklärung") ist das Online-Portal der Finanzverwaltung. Über elster.de werden Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, Umsatzsteuervoranmeldungen und Steuererklärungen elektronisch übermittelt. Die Registrierung mit Zertifikat dauert einige Tage und sollte früh erledigt werden.

E-Rechnung


Die E-Rechnung ist eine Rechnung in strukturiertem elektronischen Format (z. B. XRechnung, ZUGFeRD), das automatisch verarbeitet werden kann – ein PDF genügt nicht. Seit 2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können; die Pflicht zur Ausstellung im B2B-Geschäft wird bis 2028 stufenweise eingeführt.

Erlaubnispflichtige Gewerbe


Erlaubnispflichtige Gewerbe dürfen erst nach behördlicher Genehmigung betrieben werden – etwa Makler (§ 34c), Bewachung (§ 34a), Versicherungsvermittlung (§ 34d) oder Gaststätten mit Alkoholausschank. Geprüft werden Zuverlässigkeit, Vermögensverhältnisse und teils Sachkunde. → Mehr dazu: Erlaubnisse & Genehmigungen im Überblick

Erstbelehrung (§ 43 IfSG)


Die Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz – Nachfolger des „Gesundheitszeugnisses" – ist Pflicht für alle, die gewerblich mit leicht verderblichen Lebensmitteln umgehen. Sie erfolgt beim Gesundheitsamt und darf bei Tätigkeitsbeginn höchstens drei Monate alt sein. → Mehr dazu: Gesundheitszeugnis beantragen

F


Familienversicherung


Die Familienversicherung ist die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern in der gesetzlichen Krankenkasse. Sie endet, wenn das regelmäßige Gesamteinkommen ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße übersteigt – bei Selbstständigen zählt der Gewinn. → Mehr dazu: Gewerbe anmelden als Student

Firma


Die Firma ist im Rechtssinne der im Handelsregister eingetragene Name eines Kaufmanns – nicht das Unternehmen selbst. Nur eingetragene Unternehmen führen eine Firma; Kleingewerbetreibende nutzen lediglich eine Geschäftsbezeichnung. → Mehr dazu: Firmenname & Geschäftsbezeichnung

Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO)


Finanzanlagenvermittler beraten und vermitteln Investmentfonds, geschlossene Beteiligungen und Vermögensanlagen mit einer Gewerbeerlaubnis nach § 34f GewO – ohne BaFin-Lizenz, aber mit Sachkundeprüfung, Haftpflicht und den Pflichten der FinVermV. → Mehr dazu: § 34f GewO erklärt

Freiberufler


Freiberufler üben einen freien Beruf nach § 18 EStG aus – Katalogberufe wie Arzt, Anwalt, Ingenieur und Journalist sowie wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende und erzieherische Tätigkeiten. Sie melden kein Gewerbe an, zahlen keine Gewerbesteuer und sind keine IHK-Pflichtmitglieder. → Mehr dazu: Ratgeber Freiberufler

Freibetrag (Gewerbesteuer)


Einzelunternehmen und Personengesellschaften steht bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr zu – erst darüber fällt Gewerbesteuer an. Kapitalgesellschaften erhalten keinen Freibetrag. → Mehr dazu: Gewerbesteuer erklärt

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung


Mit diesem Fragebogen meldet sich jeder Gründer beim Finanzamt an – elektronisch über ELSTER, unaufgefordert und binnen eines Monats nach Betriebseröffnung. Er entscheidet über Steuernummer, Vorauszahlungen und Kleinunternehmerregelung. → Mehr dazu: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Anleitung

Führungszeugnis (Belegart O)


Das behördliche Führungszeugnis der Belegart O wird direkt an die anfordernde Behörde gesandt und bei allen gewerberechtlichen Erlaubnisverfahren verlangt. Es kostet 13 Euro und wird online beim Bundesamt für Justiz oder im Bürgeramt beantragt. → Mehr dazu: Führungszeugnis & Gewerbezentralregisterauszug

G


GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)


Die GbR ist die einfachste Gesellschaftsform: Sie entsteht formlos, sobald sich mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen. Alle Gesellschafter haften unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. → Mehr dazu: Ratgeber GbR

Gaststättenkonzession


Die Gaststättenerlaubnis („Konzession") ist die behördliche Genehmigung zum Ausschank alkoholischer Getränke. Voraussetzungen sind Zuverlässigkeit, die IHK-Gaststättenunterrichtung und geeignete Räume. → Mehr dazu: Gaststättenkonzession: Voraussetzungen & Kosten

Gesundheitszeugnis


Umgangssprachlicher Begriff für die → Erstbelehrung nach § 43 IfSG. Das klassische Gesundheitszeugnis mit ärztlicher Untersuchung wurde 2001 abgeschafft.

Gewerbe


Ein Gewerbe ist jede erlaubte, selbstständige, auf Dauer angelegte Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht – ausgenommen freie Berufe, Land- und Forstwirtschaft sowie reine Vermögensverwaltung. Wer ein Gewerbe betreibt, muss es beim Gewerbeamt anzeigen.

Gewerbeabmeldung


Die Gewerbeabmeldung beendet ein Gewerbe offiziell beim Gewerbeamt – Pflicht bei endgültiger Betriebsaufgabe. Sie ist meist gebührenfrei oder kostet nur wenige Euro. → Mehr dazu: Gewerbe abmelden

Gewerbeamt


Das Gewerbeamt (je nach Kommune auch Ordnungsamt oder Bürgeramt) nimmt Gewerbean-, -um- und -abmeldungen entgegen und leitet die Daten an Finanzamt, IHK und Berufsgenossenschaft weiter. → Mehr dazu: Gewerbeämter in Deutschland

Gewerbeanmeldung


Die Gewerbeanmeldung ist die gesetzlich vorgeschriebene Anzeige eines Gewerbes beim Gewerbeamt nach § 14 GewO. Sie kostet je nach Gemeinde rund 20 bis 60 Euro und ist persönlich, schriftlich oder vielerorts online möglich. → Mehr dazu: Gewerbeanmeldung: Der komplette Ratgeber

Gewerbeertrag


Der Gewerbeertrag ist die Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer: der steuerliche Gewinn, korrigiert um Hinzurechnungen und Kürzungen des Gewerbesteuergesetzes und abgerundet auf volle 100 Euro.

Gewerbefreiheit


Die Gewerbefreiheit (§ 1 GewO) garantiert, dass grundsätzlich jedermann ein Gewerbe betreiben darf. Einschränkungen bestehen nur, wo Gesetze Erlaubnisse, Sachkunde oder persönliche Zuverlässigkeit verlangen.

Gewerbeordnung (GewO)


Die Gewerbeordnung ist das zentrale Bundesgesetz des Gewerberechts. Sie regelt unter anderem Anzeigepflichten (§ 14), erlaubnispflichtige Gewerbe (§§ 29–34i), das Reisegewerbe (§§ 55 ff.) und die Gewerbeuntersagung (§ 35).

Gewerbeschein


Der Gewerbeschein ist die vom Gewerbeamt bestätigte Kopie der Gewerbeanmeldung – der Nachweis, dass das Gewerbe ordnungsgemäß angezeigt wurde. Er wird von Banken, Großhändlern und Plattformen häufig verlangt. → Mehr dazu: Gewerbeschein beantragen

Gewerbesteuer


Die Gewerbesteuer ist die Gemeindesteuer auf den Gewerbeertrag: Messbetrag (3,5 % des Ertrags nach Freibetrag) mal Hebesatz der Gemeinde. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften wird sie weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet. → Mehr dazu: Gewerbesteuer erklärt

Gewerbeummeldung


Die Ummeldung ist nötig, wenn sich Betriebssitz (innerhalb der Gemeinde) oder Tätigkeitsgegenstand ändern. Bei Umzug in eine andere Gemeinde wird stattdessen ab- und neu angemeldet. → Mehr dazu: Gewerbe ummelden

Gewerbeuntersagung


Nach § 35 GewO kann die Behörde unzuverlässigen Gewerbetreibenden die Ausübung des Gewerbes verbieten – häufigste Gründe sind Steuer- und Beitragsrückstände. Die erweiterte Untersagung erfasst jede gewerbliche Tätigkeit. → Mehr dazu: Gewerbeuntersagung nach § 35 GewO

Gewerbezentralregister


Das Gewerbezentralregister beim Bundesamt für Justiz erfasst gewerbebezogene Entscheidungen wie Untersagungen, Erlaubnisrücknahmen und Bußgelder ab 200 Euro. Der Auszug (13 Euro) wird bei Erlaubnisverfahren und öffentlichen Aufträgen verlangt. → Mehr dazu: Führungszeugnis & Gewerbezentralregisterauszug

Gewinnerzielungsabsicht


Die Gewinnerzielungsabsicht – das Streben nach einem Totalgewinn – ist Kernmerkmal jedes Gewerbes und grenzt es vom Hobby ab (→ Liebhaberei). Sie muss nicht sofort zu Gewinnen führen; entscheidend ist die ernsthafte Absicht.

GmbH


Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die klassische deutsche Kapitalgesellschaft: 25.000 Euro Stammkapital, notarielle Gründung, Handelsregistereintrag – dafür Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen. → Mehr dazu: Ratgeber GmbH

GoBD


Die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form" regeln, wie digitale Buchführung und Belege beschaffen sein müssen: unveränderbar, vollständig, zeitnah erfasst und maschinell auswertbar. Sie gelten für jedes Unternehmen – auch für das Kleingewerbe.

Grundfreibetrag


Der Grundfreibetrag ist das steuerfreie Existenzminimum bei der Einkommensteuer (2025: 12.096 Euro pro Person, wird jährlich angepasst). Erst wenn das gesamte zu versteuernde Einkommen darüber liegt, fällt Einkommensteuer an.

Gründungszuschuss


Der Gründungszuschuss fördert ALG-I-Empfänger beim Wechsel in die hauptberufliche Selbstständigkeit: sechs Monate ALG I plus 300 Euro, danach optional neun weitere Monate à 300 Euro. Voraussetzung sind 150 Tage Restanspruch und eine Tragfähigkeitsbescheinigung. → Mehr dazu: Gewerbe anmelden bei Arbeitslosigkeit

H


Haftungsbeschränkung


Haftungsbeschränkung bedeutet, dass Gläubiger nur auf das Gesellschaftsvermögen zugreifen können, nicht auf das Privatvermögen der Gesellschafter. Sie ist das Kernmerkmal von GmbH und UG – erkauft mit Gründungsaufwand, Stammkapital und Publizitätspflichten.

Handelsregister


Das Handelsregister ist das öffentliche Verzeichnis der Kaufleute bei den Amtsgerichten (Abteilung A: Einzelkaufleute und Personengesellschaften, Abteilung B: Kapitalgesellschaften). Eintragungen erfolgen über einen Notar. → Mehr dazu: Handelsregistereintrag: Pflicht oder freiwillig?

Handwerkskammer (HWK)


Die Handwerkskammern sind die Selbstverwaltungskörperschaften des Handwerks mit Pflichtmitgliedschaft aller Handwerksbetriebe. Sie führen die Handwerksrolle, nehmen Meisterprüfungen ab und beraten Gründer. → Mehr dazu: Handwerk: Gewerbeanmeldung

Handwerksrolle


Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe bei der Handwerkskammer. Die Eintragung – nachgewiesen durch die Handwerkskarte – ist Voraussetzung für den Betrieb eines Handwerks der Anlage A. → Mehr dazu: Handwerkskammer & Handwerksrolle

Hebesatz


Der Hebesatz ist der von jeder Gemeinde festgelegte Multiplikator der Gewerbesteuer (gesetzliches Minimum: 200 %). Großstädte liegen meist zwischen 400 und 520 % – der Hebesatz macht die Standortwahl steuerlich relevant.

Hinzurechnungen (Gewerbesteuer)


Hinzurechnungen nach § 8 GewStG erhöhen den Gewerbeertrag um Teile bestimmter Finanzierungskosten – etwa ein Viertel der Zinsen sowie Anteile von Mieten, Pachten und Leasingraten –, soweit deren Summe den Freibetrag von 200.000 Euro übersteigt.

I


IHK (Industrie- und Handelskammer)


Jeder Gewerbetreibende (außer Handwerker und Freiberufler) ist kraft Gesetzes Mitglied seiner IHK. Für Kleingewerbe mit geringem Ertrag und Existenzgründer gelten Beitragsbefreiungen. → Mehr dazu: IHK-Mitgliedschaft: Pflicht, Beiträge, Befreiung

Impressumspflicht


Geschäftsmäßige Websites – auch die eines Kleingewerbes – müssen ein Impressum mit Name, ladungsfähiger Anschrift und Kontaktdaten enthalten (§ 5 DDG). Verstöße können kostenpflichtig abgemahnt werden.

Istversteuerung


Bei der Istversteuerung wird die Umsatzsteuer erst fällig, wenn der Kunde tatsächlich bezahlt hat – ein Liquiditätsvorteil gegenüber der Sollversteuerung. Sie kann auf Antrag genutzt werden, u. a. bei Vorjahresumsätzen bis 800.000 Euro und von Freiberuflern.

J


Jahresabschluss


Der Jahresabschluss besteht bei Bilanzierenden aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, bei Kapitalgesellschaften ergänzt um Anhang und Offenlegung im Unternehmensregister. EÜR-Rechner erstellen stattdessen nur die Anlage EÜR.

K


Katalogberufe


Die Katalogberufe sind die in § 18 EStG ausdrücklich aufgezählten freien Berufe – u. a. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten, Journalisten und Dolmetscher. Wer sie eigenverantwortlich ausübt, ist Freiberufler und braucht keine Gewerbeanmeldung. → Mehr dazu: Ratgeber Freiberufler

KG (Kommanditgesellschaft)


Die KG ist eine Personenhandelsgesellschaft mit zwei Gesellschaftertypen: Der Komplementär führt die Geschäfte und haftet unbeschränkt, Kommanditisten haften nur mit ihrer Einlage. → Mehr dazu: Ratgeber KG

Kleingewerbe


Das Kleingewerbe ist ein Gewerbe, das keinen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert – keine eigene Rechtsform, sondern ein Status mit Erleichterungen: keine Handelsregisterpflicht, EÜR statt Bilanz, einfache Gründung. → Mehr dazu: Ratgeber Kleingewerbe

Kleinunternehmerregelung


Nach § 19 UStG müssen Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer ausweisen und abführen – seit 2025 bei einem Vorjahresumsatz bis 25.000 Euro und einem laufenden Umsatz bis 100.000 Euro. Im Gegenzug entfällt der Vorsteuerabzug. → Mehr dazu: Umsatzsteuer & Kleinunternehmer

Komplementär / Kommanditist


Der Komplementär ist der unbeschränkt haftende, geschäftsführende Gesellschafter einer KG; der Kommanditist ist der nur mit seiner Einlage haftende Kapitalgeber ohne Geschäftsführungsbefugnis.

Körperschaftsteuer


Die Körperschaftsteuer ist die „Einkommensteuer der Kapitalgesellschaften": 15 % auf den Gewinn von GmbH, UG und AG, zuzüglich Solidaritätszuschlag – neben der Gewerbesteuer, die für Kapitalgesellschaften nicht anrechenbar ist.

Künstlersozialkasse (KSK)


Die KSK versichert selbstständige Künstler und Publizisten in Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung – sie zahlen nur den halben Beitrag, den Rest tragen Bund und Verwerterabgaben. Voraussetzung ist eine überwiegend künstlerische oder publizistische Tätigkeit.

L


Liebhaberei


Als Liebhaberei stuft das Finanzamt Tätigkeiten ohne Gewinnerzielungsabsicht ein – etwa ein dauerhaft defizitäres Hobby. Folge: Verluste werden steuerlich nicht anerkannt; zugleich entfällt aber auch die Gewerbeeigenschaft.

M


MaBV (Makler- und Bauträgerverordnung)


Die MaBV konkretisiert die Pflichten der § 34c-Gewerbetreibenden: Buchführungs-, Informations- und Sicherungspflichten – für Bauträger insbesondere den Schutz von Kundengeldern. → Mehr dazu: § 34c GewO: Maklererlaubnis

Meisterpflicht


Für rund 50 zulassungspflichtige Handwerke der Anlage A zur Handwerksordnung ist die Selbstständigkeit grundsätzlich an den Meistertitel gebunden. Ausnahmen: Altgesellenregelung, angestellter Meister als Betriebsleiter, Ausnahmebewilligung.

Mindesthebesatz


Der gesetzliche Mindesthebesatz der Gewerbesteuer beträgt 200 % – er verhindert „Gewerbesteueroasen" mit Nullsatz. Gemeinden dürfen darüber frei festsetzen.

Musterprotokoll


Das Musterprotokoll ist das gesetzliche Standardformular für die vereinfachte, kostengünstige Gründung einer GmbH oder UG mit maximal drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer – es ersetzt den individuellen Gesellschaftsvertrag.

N


Nebengewerbe


Ein Nebengewerbe ist ein Gewerbe, das neben einer Haupttätigkeit (Anstellung, Studium, Rente) betrieben wird – zeitlich und wirtschaftlich untergeordnet. Rechtlich gilt dieselbe Anmeldepflicht wie im Haupterwerb. → Mehr dazu: Nebengewerbe anmelden

Nebentätigkeitsgenehmigung


Beamte benötigen für gewerbliche Nebentätigkeiten die vorherige Genehmigung ihres Dienstherrn; Richtwerte sind ein Fünftel der Wochenarbeitszeit und Vergütungsgrenzen. → Mehr dazu: Nebengewerbe als Beamter

Niederlassungsfreiheit


Die europäische Niederlassungsfreiheit garantiert EU-Bürgern, sich in jedem Mitgliedstaat selbstständig zu machen – sie melden ihr Gewerbe in Deutschland wie Inländer an. → Mehr dazu: Gewerbe anmelden als Ausländer

Nutzungsänderung


Eine baurechtliche Nutzungsänderung ist erforderlich, wenn Räume anders genutzt werden als genehmigt – etwa eine Wohnung als Laden oder ein Büro als Gaststätte. Ohne Genehmigung drohen Nutzungsuntersagung und Bußgelder.

O


OHG (Offene Handelsgesellschaft)


Die OHG ist die Personenhandelsgesellschaft für den kaufmännischen Geschäftsbetrieb: Handelsregistereintrag, freie Firma, unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter. Eine kaufmännisch tätige GbR wird automatisch zur OHG. → Mehr dazu: Ratgeber OHG

P


Personengesellschaft


Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) sind Zusammenschlüsse mit persönlich haftenden Gesellschaftern. Ihre Gewinne werden nicht auf Gesellschaftsebene, sondern anteilig bei den Gesellschaftern einkommensteuerlich erfasst. → Mehr dazu: Rechtsformen im Überblick

Progressionsvorbehalt


Steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Eltern-, Kranken- oder Arbeitslosengeld erhöhen über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das übrige Einkommen – relevant etwa für Gründer in der Elternzeit.

Prokura


Die Prokura ist die umfassende handelsrechtliche Vollmacht, die nur im Handelsregister eingetragene Kaufleute und Gesellschaften erteilen können. Der Prokurist darf nahezu alle Geschäfte des Handelsgewerbes vornehmen.

R


Rechnungspflichtangaben


Eine ordnungsgemäße Rechnung muss u. a. Name und Anschrift beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr., Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Entgelt und Steuersatz bzw. den Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung enthalten. → Mehr dazu: Rechnung im Kleingewerbe

Rechtsform


Die Rechtsform ist das juristische Kleid des Unternehmens – vom Einzelunternehmen über GbR und KG bis zu UG und GmbH. Sie bestimmt Haftung, Steuern, Gründungsaufwand und Außenauftritt. → Mehr dazu: Welche Rechtsform passt?

Regelbesteuerung


Regelbesteuerung bedeutet: Umsatzsteuer auf alle Ausgangsumsätze ausweisen und abführen, im Gegenzug Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen – das Gegenmodell zur Kleinunternehmerregelung.

Reisegewerbe / Reisegewerbekarte


Ein Reisegewerbe betreibt, wer Kunden ohne vorherige Bestellung außerhalb einer Betriebsstätte aufsucht – etwa im Haustürgeschäft. Dafür ist die Reisegewerbekarte als personenbezogene Erlaubnis nötig. → Mehr dazu: Reisegewerbe & Reisegewerbekarte

Reverse-Charge-Verfahren


Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet der Leistungsempfänger statt des Leistenden die Umsatzsteuer – Standard bei grenzüberschreitenden B2B-Dienstleistungen in der EU. Auf der Rechnung ist auf die Steuerschuldnerschaft des Empfängers hinzuweisen.

Rücklagepflicht (UG)


Die UG (haftungsbeschränkt) muss jährlich 25 % ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist – dann kann sie zur GmbH „aufsteigen". → Mehr dazu: Ratgeber UG

S


Sachkundeprüfung


Sachkundeprüfungen der IHK weisen die fachliche Eignung für bestimmte erlaubnispflichtige Gewerbe nach – etwa § 34a (Bewachung), § 34d (Versicherungen) und § 34f (Finanzanlagen). Einschlägige Berufsabschlüsse befreien von der Prüfung.

Scheinselbstständigkeit


Scheinselbstständig ist, wer formal als Selbstständiger auftritt, tatsächlich aber weisungsgebunden und eingegliedert wie ein Arbeitnehmer arbeitet. Folgen treffen vor allem den Auftraggeber: Beitragsnachzahlungen für bis zu vier Jahre. → Mehr dazu: Scheinselbstständigkeit: Kriterien & Folgen

Schwarzarbeit


Schwarzarbeit ist u. a. die Ausübung eines Gewerbes ohne Anmeldung oder eines Handwerks ohne Handwerksrolleneintrag in erheblichem Umfang – bußgeldbewehrt mit bis zu 50.000 Euro nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz.

Sofortmeldung


In Branchen mit erhöhtem Schwarzarbeitsrisiko – u. a. Bau, Gastronomie, Gebäudereinigung, Speditionen – müssen neue Mitarbeiter bereits am ersten Arbeitstag vor Arbeitsaufnahme der Rentenversicherung gemeldet werden.

Sollversteuerung


Bei der Sollversteuerung (Regelfall) entsteht die Umsatzsteuer bereits mit Leistungserbringung bzw. Rechnungsstellung – unabhängig davon, wann der Kunde zahlt (Gegenteil: → Istversteuerung).

Stammkapital


Das Stammkapital ist das gezeichnete Grundkapital einer GmbH (25.000 Euro, mindestens 12.500 Euro einzuzahlen) bzw. UG (ab 1 Euro). Es dient als Haftungsmasse der Gesellschaft.

Statusfeststellungsverfahren


Im Statusfeststellungsverfahren (§ 7a SGB IV) klärt die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund verbindlich, ob eine Tätigkeit selbstständig oder abhängig beschäftigt ist – der sichere Weg bei Scheinselbstständigkeits-Zweifeln.

Stehendes Gewerbe


Das stehende Gewerbe ist der Normalfall: der Betrieb von einer festen Betriebsstätte aus oder auf vorherige Kundenbestellung – im Gegensatz zum → Reisegewerbe.

Steuermessbetrag / Steuermesszahl


Der Steuermessbetrag ist die Zwischengröße der Gewerbesteuer: Gewerbeertrag (nach Freibetrag) mal Steuermesszahl von einheitlich 3,5 %. Multipliziert mit dem Hebesatz ergibt er die Gewerbesteuer.

Steuernummer


Die Steuernummer vergibt das Finanzamt nach Bearbeitung des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung; sie gehört auf jede Rechnung (alternativ die USt-IdNr.). → Mehr dazu: Steuernummer beantragen

Steuervorauszahlungen


Auf Basis der Gewinnprognose setzt das Finanzamt vierteljährliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen fest (10.3., 10.6., 10.9., 10.12.); auch Gewerbesteuer wird quartalsweise vorausgezahlt. Ändern sich die Gewinne, kann die Anpassung beantragt werden.

T


Transparenzregister


Das Transparenzregister erfasst die wirtschaftlich Berechtigten von Gesellschaften. GmbH, UG und eingetragene Personengesellschaften müssen ihre Berechtigten aktiv eintragen; Einzelunternehmen sind nicht betroffen.

U


UG (haftungsbeschränkt)


Die Unternehmergesellschaft ist die „Mini-GmbH": Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung ab einem Euro Stammkapital, dafür mit gesetzlicher Rücklagepflicht bis zum Erreichen der GmbH-Schwelle. → Mehr dazu: Ratgeber UG

Umsatzsteuer


Die Umsatzsteuer (19 %, ermäßigt 7 %) wird auf Lieferungen und Leistungen erhoben; Unternehmer führen sie ans Finanzamt ab und ziehen zugleich Vorsteuer aus Eingangsrechnungen. Kleinunternehmer sind befreit. → Mehr dazu: Umsatzsteuer erklärt

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer


Die USt-IdNr. (Format DE + 9 Ziffern) ist die Nummer für den EU-Handel, vergeben vom Bundeszentralamt für Steuern. Auf Rechnungen kann sie die Steuernummer ersetzen. → Mehr dazu: Umsatzsteuer-ID beantragen

Umsatzsteuervoranmeldung


Mit der Umsatzsteuervoranmeldung melden Unternehmer die Umsatzsteuer laufend über ELSTER an – monatlich oder vierteljährlich, abhängig von der Vorjahres-Zahllast. Kleinunternehmer sind befreit.

Unbedenklichkeitsbescheinigung (Bescheinigung in Steuersachen)


Die Bescheinigung in Steuersachen des Finanzamts dokumentiert, dass keine relevanten Steuerrückstände bestehen. Sie wird bei vielen Erlaubnisverfahren (z. B. Gaststättenkonzession, Reisegewerbekarte) verlangt.

V


Vermittlerregister


Das öffentliche Vermittlerregister der IHKs (vermittlerregister.info) erfasst alle Versicherungs-, Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittler mit Registrierungsnummer – Pflichtangabe in deren Kundenkommunikation.

Vorsteuer / Vorsteuerabzug


Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die einem Unternehmer von Lieferanten in Rechnung gestellt wird. Regelbesteuerte Unternehmer ziehen sie von ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld ab – Kleinunternehmern ist dieser Abzug verwehrt.

W


Wettbewerbsverbot


Arbeitnehmer und Auszubildende dürfen ihrem Arbeitgeber während des Beschäftigungsverhältnisses keine Konkurrenz machen – auch nicht per Nebengewerbe. Nachvertragliche Verbote gelten nur gegen Karenzentschädigung.

Wiedergestattung


Die Wiedergestattung (§ 35 Abs. 6 GewO) ist der Weg zurück nach einer Gewerbeuntersagung: in der Regel frühestens nach einem Jahr und nur, wenn die Unzuverlässigkeitsgründe – meist Schulden – nachweislich entfallen sind.

Z


Zulassungsfreies Handwerk


Zulassungsfreie Handwerke (Anlage B1 HwO) wie Fotografen, Gebäudereiniger oder Uhrmacher dürfen ohne Meistertitel betrieben werden; nötig ist nur die Eintragung ins Verzeichnis der Handwerkskammer.

Zuverlässigkeit (gewerberechtliche)


Die gewerberechtliche Zuverlässigkeit ist die Prognose, dass jemand sein Gewerbe künftig ordnungsgemäß führen wird. Sie ist Voraussetzung aller Erlaubnisse und kann bei Steuerschulden, einschlägigen Straftaten oder ungeordneten Finanzen entfallen.

Zweckentfremdungsverbot


In Städten mit Wohnraummangel verbieten Zweckentfremdungssatzungen, Wohnraum ohne Genehmigung gewerblich zu nutzen oder als Ferienwohnung zu vermieten – Verstöße kosten empfindliche Bußgelder. → Mehr dazu: Gewerbe in der Mietwohnung

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