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Aktualisiert: 09.07.2026

Schmuck herstellen und verkaufen – Gewerbeanmeldung

Schmuck herstellen und verkaufen – Gewerbeanmeldung


Selbstgefertigter Schmuck erfreut sich großer Beliebtheit – ob handgewickelte Perlenarmbänder, gegossene Silberringe, makrameebasierter Ohrschmuck oder aufwendige Goldarbeiten. Wer seinen Schmuck verkaufen möchte, muss wissen: Je nach Art der Tätigkeit gelten ganz unterschiedliche rechtliche Anforderungen.

Goldschmied vs. Modeschmuck – der entscheidende Unterschied


Die wichtigste Weichenstellung ist die Art des Schmucks:

Goldschmied (zulassungspflichtiges Handwerk): Die Goldschmiedekunst ist in Anlage A der Handwerksordnung (HwO) eingetragen. Das bedeutet: Wer gewerblich Goldschmiedearbeiten erbringt – also Schmuck aus Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin fertigt oder repariert – muss entweder einen Meisterbrief im Goldschmiedehandwerk besitzen oder eine Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer (HWK) erhalten haben. Ohne diese Voraussetzung darf der Betrieb nicht eröffnet werden.

Modeschmuck und Kunstschmuck: Wer Schmuck aus Materialien wie Harz, Textilien, unedlen Metallen, Perlen, Naturmaterialien oder Kunststoff herstellt und verkauft, betreibt kein zulassungspflichtiges Handwerk. Die Tätigkeit ist frei – eine einfache Gewerbeanmeldung reicht. Dieser Bereich boomt, insbesondere auf Plattformen wie Etsy und auf Handwerksmärkten.

Gewerbeanmeldung für Schmuckhersteller


Für die Herstellung und den Verkauf von Modeschmuck und Kunstschmuck ist die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt ausreichend. Du benötigst:

  • Gültigen Personalausweis
  • Ausgefülltes Gewerbeanmeldeformular
  • Gebühr von 15 bis 65 Euro

Als Tätigkeitsbeschreibung trägst du ein: „Herstellung und Verkauf von Schmuck und Modeschmuck". Danach erhältst du den steuerlichen Erfassungsbogen vom Finanzamt und kannst entscheiden, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtest.

Verkauf auf Märkten


Wer Schmuck auf Wochen-, Kunst- oder Weihnachtsmärkten verkauft, benötigt neben dem Gewerbe eine Genehmigung des Marktveranstalters. Bei wechselnden Standorten kann zusätzlich eine Reisegewerbekarte erforderlich sein – diese beantragst du beim Gewerbeamt.

Für Kunsthandwerksmärkte und Kreativmessen ist oft eine Bewerbung mit Produktfotos und Konzept nötig, da die Veranstalter die Qualität und Authentizität der Aussteller prüfen. Das ist gleichzeitig eine gute Möglichkeit, erste Kundschaft zu gewinnen.

Verkauf online – Etsy und eigener Shop


Etsy ist die erste Wahl für viele Schmuckhersteller. Die Plattform hat eine riesige Community für handgemachten Schmuck und bietet internationales Publikum. Wichtig: Ab 2.000 Euro Umsatz oder 30 Transaktionen meldet Etsy deine Daten an das Finanzamt (DAC7-Pflicht).

Alternativ bieten ein eigener Webshop (Shopify, WooCommerce) oder lokale Plattformen wie Avocadostore gute Möglichkeiten. Ein professionelles Impressum, korrekte Produktbeschreibungen und Rückgabebedingungen sind dabei Pflicht.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung


Für Schmuckhersteller im Anfangsstadium ist das Kleingewerbe mit Kleinunternehmerregelung ideal: Bis 25.000 Euro Jahresumsatz keine Umsatzsteuer, vereinfachte Buchführung. Als Betriebsausgaben kannst du Material (Perlen, Draht, Edelsteine, Fassungen), Werkzeug, Marktstandgebühren und Plattformgebühren absetzen.

Die vollständigen Unterlagen für die Gewerbeanmeldung und Kosten des Gewerbescheins findest du auf den verlinkten Seiten.

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Häufige Fragen

Brauche ich einen Meisterbrief, um Schmuck herzustellen und zu verkaufen?

Das hängt von der Art des Schmucks ab. Wer Goldschmiedearbeiten aus Edelmetallen fertigt oder repariert, benötigt einen Meisterbrief oder Ausnahmegenehmigung der HWK (zulassungspflichtiges Handwerk). Für Modeschmuck und Kunstschmuck aus anderen Materialien ist das nicht erforderlich – eine einfache Gewerbeanmeldung reicht.

Kann ich Schmuck auf Etsy ohne Gewerbe verkaufen?

Nein, sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht auf Etsy verkaufst, bist du gewerbepflichtig. Die Gewerbeanmeldung ist Pflicht. Außerdem meldet Etsy ab 2.000 Euro Jahresumsatz oder 30 Transaktionen deine Daten ans Finanzamt.

Was brauche ich, um Schmuck auf Märkten zu verkaufen?

Neben dem Gewerbe benötigst du eine Genehmigung des Marktveranstalters. Wenn du an wechselnden Standorten (z. B. verschiedene Märkte) verkaufst, kann zusätzlich eine Reisegewerbekarte erforderlich sein.

Kann ich als Schmuckherstellerin die Kleinunternehmerregelung nutzen?

Ja, solange dein Jahresumsatz unter 25.000 Euro liegt. Du zahlst dann keine Umsatzsteuer und hast vereinfachte Buchführung. Das ist für Anfänger und Nebenerwerbsunternehmer ideal.

Was kann ich als Schmuckherstellerin steuerlich absetzen?

Rohmaterialien (Perlen, Draht, Edelsteine, Verschlüsse), Werkzeuge, Marktstandgebühren, Verpackungsmaterial, Etsy-Gebühren, Fotoequipment für Produktfotos und Anteil der Wohnungsmiete bei Heimarbeit (Arbeitszimmer) sind typische abzugsfähige Betriebsausgaben.

Brauche ich für handgemachten Schmuck eine besondere Zertifizierung?

Nicht generell – aber bei bestimmten Materialien gibt es gesetzliche Anforderungen. Nickel-Allergene in Metalllegierungen unterliegen der EU-Nickel-Richtlinie. Schmuck, der als Kinderspielzeug gilt, muss die CE-Kennzeichnung tragen. Bei Edelmetallen kann eine Feingehalt-Kennzeichnung sinnvoll oder Pflicht sein.

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