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Aktualisiert: 09.07.2026

Gewerbe anmelden für Print-on-Demand

Gewerbe anmelden für Print-on-Demand


Print-on-Demand (PoD) ist ein attraktives Geschäftsmodell für kreative Menschen: Du gestaltest Motive, lädst sie auf Plattformen wie Redbubble, Printful, Spreadshirt oder Merch by Amazon hoch – und die Plattform druckt, verpackt und verschickt deine Designs auf T-Shirts, Tassen, Poster oder andere Produkte. Du kümmerst dich nur ums Design, der Rest läuft automatisch.

Klingt nach passivem Einkommen – ist es auch. Aber steuerlich und gewerberechtlich gelten dieselben Regeln wie für jeden anderen Unternehmer.

Wann wird Print-on-Demand gewerbepflichtig?


Sobald du mit deinen Designs regelmäßig Einkünfte erzielst und dabei Gewinnerzielungsabsicht verfolgst, bist du gewerbepflichtig. Das gilt ab dem Moment, in dem du deine erste Auszahlung erhältst und davon ausgehst, zukünftig weitere Einnahmen zu erzielen.

Eine Besonderheit: Wer ausschließlich eigene künstlerische Werke verkauft – also Grafiken und Illustrationen, die als Kunst gelten – kann unter Umständen als Freiberufler nach § 18 EStG eingestuft werden. Das setzt voraus, dass die Designs eindeutig als künstlerische Eigenleistung anerkannt sind. In der Praxis ist das bei einfachen Motiven oder Text-Designs selten der Fall; dann gilt die Tätigkeit als gewerblich.

Die wichtigsten Print-on-Demand-Plattformen im Überblick

Redbubble und Spreadshirt zahlen dir eine Künstlervergütung (Marge) auf jedes verkaufte Produkt. Die Plattform ist Verkäufer gegenüber dem Endkunden – du erhältst nur deine Provision. Trotzdem: Diese Provisionen sind steuerpflichtig.

Printful funktioniert anders: Du betreibst deinen eigenen Online-Shop (z. B. Shopify oder Etsy), Printful ist nur dein Erfüllungsdienstleister. Hier bist du der eigentliche Händler – mit allen steuerlichen und rechtlichen Konsequenzen, inklusive Impressumspflicht und Umsatzsteuer.

Merch by Amazon zahlt dir Lizenzgebühren (Royalties). Amazon ist der Verkäufer – du bist Lizenzgeber. Trotzdem sind die Einnahmen steuerpflichtig.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung


Für Anfänger bietet sich das Kleingewerbe mit Kleinunternehmerregelung an: Bis 25.000 Euro Jahresumsatz zahlst du keine Umsatzsteuer und hast vereinfachte Buchführung. Das macht den Einstieg deutlich einfacher.

Wichtig: Bei Plattformen wie Printful, die im EU-Ausland sitzen, können Reverse-Charge-Vorgänge entstehen. Du erhältst Rechnungen ohne Umsatzsteuer – musst die Steuer aber unter Umständen selbst ans Finanzamt abführen (Steuerschuldumkehr). Als Kleinunternehmer gibt es dabei Sonderfälle, die du mit dem Finanzamt klären solltest.

Plattformgebühren und Betriebsausgaben


Deine Einnahmen aus Print-on-Demand sind die tatsächlichen Auszahlungen abzüglich Plattformgebühren. Als Betriebsausgaben kannst du Design-Software (z. B. Adobe Creative Cloud), Stockfotos, Kursgebühren und Buchhaltungstools absetzen. Das mindert deinen steuerpflichtigen Gewinn.

Gewerbeanmeldung – der erste Schritt


Die Gewerbeanmeldung erfolgt beim Gewerbeamt deiner Gemeinde. Als Tätigkeitsbeschreibung eignet sich: „Verkauf von Waren mit eigenen Designs über das Internet". Die Gebühr liegt zwischen 15 und 65 Euro. Danach erhältst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt.

Die vollständigen Unterlagen für die Gewerbeanmeldung und die Kosten des Gewerbescheins findest du auf den verlinkten Seiten.

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Häufige Fragen

Muss ich für Print-on-Demand ein Gewerbe anmelden?

Ja, sobald du regelmäßig Einnahmen aus PoD-Plattformen erzielst und Gewinnabsicht hast. Eine Ausnahme gilt ggf. für anerkannte Künstler, die als Freiberufler eingestuft werden können. Das ist bei einfachen Motiven aber selten der Fall.

Kann ich mein Print-on-Demand-Business als Kleingewerbe anmelden?

Ja, das ist für den Einstieg die häufigste Wahl. Mit der Kleinunternehmerregelung zahlst du bis 25.000 Euro Jahresumsatz keine Umsatzsteuer und hast vereinfachte Buchführung.

Wie versteuere ich Einnahmen von Redbubble oder Spreadshirt?

Die Einnahmen sind als Betriebseinnahmen zu versteuern. Plattformgebühren und Design-Kosten sind absetzbar. Du gibst die Einnahmen in deiner jährlichen Einkommensteuererklärung (Anlage G für gewerbliche Einkünfte) an.

Was ist der steuerliche Unterschied zwischen Printful und Redbubble?

Bei Redbubble/Spreadshirt ist die Plattform der Verkäufer – du erhältst Provisionen. Bei Printful bist du der Händler und Printful ist Dienstleister – du trägst die volle steuerliche und rechtliche Verantwortung als Verkäufer.

Kann ich als Grafiker oder Illustrator Freiberufler statt Gewerbetreibender sein?

Möglicherweise ja, wenn deine Designs als künstlerische Werke anerkannt werden (§ 18 EStG). Das Finanzamt entscheidet im Einzelfall. Bei einfachen Text-Designs oder Mustern ist der Freiberufler-Status schwer zu begründen.

Was kann ich bei Print-on-Demand als Betriebsausgaben absetzen?

Design-Software (Adobe, Canva Pro), Stockbilder, Kursgebühren, Buchhaltungs-Tools, Internet- und Telefonkosten (anteilig) sowie Werbungskosten auf Social Media sind typische absetzbare Betriebsausgaben.

Muss ich bei Print-on-Demand ein Impressum haben?

Wenn du einen eigenen Online-Shop betreibst (z. B. mit Printful als Backend), ja. Bei reinen Plattformverkäufen wie Redbubble oder Merch by Amazon bist du als Künstler/Lizenzgeber tätig – dort gelten die Impressumspflichten der Plattform selbst.

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